Aus Abfall wird Strom und Wärme

Einen beeindruckenden Wandel hat sich in den letzten 10 Jahren auf den Mülldeponien des Landkreises vollzogen. Diesen Schluss ziehen die Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion nach einem Besuch der Mülldeponie Venneberg.

Im Rahmen ihres diesjährigen Sommerprogrammes besuchte die SPD Fraktion im Rat der Stadt Lingen unter Leitung ihres Vorsitzenden Dr. Bernhard Bendick 2. v. links die Mülldeponie am Venneberg.Mit dabei war auch Ratsmitglied Herbert Jäger 4. von links

Die SPD-Mitglieder wurden von den Mitarbeitern des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Emsland Bökers, Janning und Tiek kurz über Einzelheiten der Mülldeponi Venneberg unterrichtet. Immerhin umfasst die Deponie eine Planfläche von ca. 34 ha. Seit 2009 werden hier keine Abfälle mehr eingelagert. Während im Jahr 1994 im Kreisgebiet
noch 300.000 t Müll deponiert wurden, reduzierte sich die Menge in den letzten Jahren gewaltig und betrug im letzten Jahr nur noch 8000 t. Begründet wurde der Rückgang mit der thermischen Nutzung, der Trennung des Abfallaufkommens und der ständig steigenden Verwertungsmöglichkeiten. Der Kupferanteil im Elektroschrott ist so sehr begehrt, dass die
Mülldeponie Venneberg mit einer Überwachungsanlage ausgestattet ist, um nächtliche ungebetene Besucher fernzuhalten. Aber auch bei der Qualifikation der Mitarbeiter hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Unter den 10 Angestellten vor Ort befinden sich auch die ersten junge Menschen, die beim Landkreis zur Fachkraft für die Kreislauf- und Abfallwirtschaft ausgebildet wurden. Besonders stolz ist man auf die moderne und störungsfrei laufende Kläranlage zur Reinigung des Sickerabwasser. Die Einrichtung ist mit einem eigenen Labor ausgestattet und reinigt jährlich ca. 30.000 Kubikmeter Sickerwasser, welches nach der Reinigung in die Große Aa eingeleitet wird. Das ebenfalls anfallende und gesammelte Deponiegas wird in Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt. Allerdings wird auf dem Venneberg auch investiert. Jeweils 8 Mio. Euro für die Abdichtung und Rekultivierung, sowie für eine Vergärungsanlage, in der aus Grünabfällen Gas und Kompost produziert werden. Nach den Worten von Stefan Wittler ist die Vergärungsanlage eine sinnvolle Investition, weil hier, anders als bei Biogasanlagen, nicht die Devise gilt „Tank statt Teller“.